Zeitlicher Werdegang

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und den vielfach veränderten Bedingungen für Familien und Kinder beauftragten im Februar 2003 Dr. h. c. Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, und der damalige Bürgermeister Karl-Heinz Dietzel eine Konzeption zur Verbesserung des Bildungs- und Betreuungsangebotes in Melsungen.

Unter der Federführung der BKK B. Braun Melsungen AG (Manuela Fritz, Referat der Gesundheitsökonomie) und dem städtischen Kindergarten Bachfeld (Andrea Taylor, Leiterin der Einrichtung) entstand die Konzeption „Haus des Kindes“. Die Erfahrungen der Verfasserinnen aus ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern sowie die zukünftigen gesellschaftlichen Anforderungen, die Vorteile einer zukunftsorientierten Familienpolitik, insbesondere die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer, finden sich in der Zielsetzung und Angebotsbeschreibung wieder.

Die Konzeption „Haus des Kindes“ beschreibt dabei kein wirkliches Haus an einem festen Standort, sondern ein vielseitiges und bedarfsgerechtes Dienstleistungsangebot. Unter dem Dach „Haus des Kindes“ vernetzen sich alle in den Bereichen Erziehung, Bildung, Betreuung und Freizeit tätigen Institutionen, Organisationen und Personen unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit. Kinder und Familien in Melsungen erhalten so wohnortsnah bedarfsgerechte und hochwertige Angebote.

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind im Rahmen eines einjährigen Beratungsprojektes der Prozess der Vernetzung sowie die Erarbeitung eines lokalen Konzeptes für Melsungen entscheidend vorangebracht worden.

Die Diskussion und Auseinandersetzung über das Zukunftsmodell „Haus des Kindes“ hat die Bedeutung nachhaltiger Familien- und Bildungspolitik in das Blickfeld der Melsunger Öffentlichkeit gerückt. Das zeigte auch die große öffentliche Veranstaltung im September 2004 mit Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und Dr. h. c. Ludwig-Georg Braun, in dessen Rahmen das Projekt und erste Ergebnisse den Melsunger Bürgern präsentiert wurden. An diesem Tag wurde die Idee der Bürgerstiftung erstmals öffentlich ausgesprochen.

Die einjährige Projektphase mit der vom Bundesministerium finanzierten Projektberatung endete im November 2004 und somit die Funktion von Andrea Taylor und Manuela Fritz als Projektleiterinnen.

Im Januar 2005 ist Melsungen formalrechtlich der Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Lokale Bündnisse für Familien“ beigetreten, um das Know How und die überregionalen Kontakte des Bündnis-Büros nutzen zu können. Mit Unterstützung des Bündnis-Büros wurde im Februar 2005 die „Stiftung kinder- und familienfreundliches Melsungen“ sowie der „Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen e.V. gegründet.